Burnout - Paarcoach Anke Enders

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Burnout

Wer? Wo? Wieviel? > Kennen Sie das?


Job, Haushalt, Familie: Wenn einem alles zuviel wird


Beate Kern* wird das nagende Gefühl nicht los, bei ihrem Kind "wohl irgend etwas falsch zu machen". Wenn sie nur wüsste, was? Ständig gibt es Ärger, obwohl die Trotzphase ihrer Rechnung nach längst vorbei sein müsste. Das Zusammenleben ist jedenfalls weit nervenzehrender, als sie es sich wünschen würden.


Dass sie neben ihrem Leben als Ehefrau und Mutter auch noch den Job und den Haushalt zu bewältigen hat, macht es auch nicht einfacher. Und langsam gehen ihr die Ideen, die Ermahnungen - und die Kraft - aus. Dabei sollte sie am Wochenende am bestennoch den Vamp raushängen lassen, wenn es nach ihrer besseren Hälfte ginge.


Klar, sie ist oftmals viel zu ungeduldig und angespannt, das weiß sie selbst. Aber verdammt, sie ist schließlich auch nur ein Mensch und keine Maschine! In der letzten Zeit kam noch ein erhöhtes Arbeitsaufkommen auf der Arbeit hinzu, denn ihre Kollegin ist bereits seit drei Wochen krank. Dadurch muss Beate nun natürlich für zwei arbeiten.


Dass mal jemand anderes einspringt...? Pustekuchen! Immer heißt es: „Frau Kern, keiner kennt sich so gut mit der Materie aus wie Sie. Machen Sie das doch am besten!“


Und jedes Mal lässt sie sich wieder ohne Gegenwehr einseifen, und leistet ‚mal eben’ das Doppelte. Genau genommen das Vierfache, denn auch zuhause bleibt natürlich das Meiste an ihr hängen. Mütter machen das halt so,... oder? Jedenfalls hat ihre eigene Mutter das immer so gemacht, aber die ist ja auch zeitlebens Vollzeithausfrau gewesen.


Rollenbilder aus der Kindheit mischen immer noch kräftig mit


Das Kinderzimmer sieht schon wieder aus wie ein Kriegsschauplatz aus einem dieser Online-Ballerspiele, vor denen ihr Sohn in letzter Zeit immer öfter hängt. Zum Aufräumen (oder wenigstens mal die Spülmaschine ausräumen?), bleibt ihm natürlich keine Zeit. Und ihr Mann Karsten*? Na ja, der bringt zwar die Müllbeutel runter, zumindest wenn sie sie ihm fertig zugeknotet vor die Wohnungstür stellt, aber das war’s dann auch schon fast.

Wann jemand - außer ihr! - mal das Bad oder den Flur geschrubbt hätte, daran kann sie sich schon gar nicht mehr erinnern. Und Wäsche waschen, trocknen und auch wieder falten und einräumen? Die beiden wissen wahrscheinlich nicht mal, wo das Waschpulver steht. Vom Bügeleisen gar nicht zu reden.

Die Antwort auf ihre dahingehenden Appelle ist in der Regel ein gebrummtes „geht jetzt nicht, ich muss zum Fußballtraining“ (Göttergatte) oder ein „ich kann nicht, ich muss noch Hausaufgaben machen“ (gottgleicher Sohn). Als ob... pah! Erst eben wieder hatte er den ehrgeizigen Schüler raushängen lassen, als er das Fahrrad reinstellen sollte.

Zehn Minuten später, beim Wäsche falten, hört sie schon wieder die verräterischen Geräusche dieses dämlichen Ballerspiels hinter seiner Zimmertür! Nebenbei ist er wahrscheinlich noch bei Facebook und Schüler-VZ online! Und wann hätte sie das letzte Mal Zeit für sich, und einen ausgedehnten Stadtbummel mit ihrer Freundin gehabt? "Jetzt reicht’s - jetzt geh ich da rein und reiße das Kabel aus seinem blöden Rechner!"



Spätestens, wenn Überforderung zum Burnout zu werden droht, sollte man die Reißleine ziehen. Am besten jedoch lange vorher!

Als Sohnemann zwanzig Minuten später wütend und Türen knallend zu seinem besten Freund abdampft, sitzt sie mit Tränen der Wut und Verzweiflung in den Augen am Küchentisch. Sie kann schließlich nicht auch noch Söhnchens teures Smartphone ins Klo schmeißen. Aber ohne das nützt scheinbar alles Reden nichts. So kann das nicht weitergehen! So darf das einfach nicht weitergehen! Schließlich geht es schon eine halbe Ewigkeit so! Und wenn sie schon selbst keinen Plan hat wie man das ändern kann, dann muss sie sich halt mal jemanden suchen, der einen hat! Moment, hatte ihre Freundin Christine nicht mal etwas von einer Frau Enders und Coaching erzählt...? Schnell mal Dr. Google fragen!

Fünf Wochen später sitzt Beate mit eben dieser Freundin an einem Samstagvormittag in einem Café und genießt ihren Karamell-Macchiato. „Mensch, Beate, Du hattest ja schon ewig keine Zeit mehr für mich. Was war denn bei Euch zwischenzeitlich so alles los?“, will Christine* von ihr wissen.

„Du, ich habe Dir tatsächlich eine Menge zu erzählen. Du wirst Dich wundern! Und heute haben wir sogar jede Menge Zeit dazu“, lacht Beate. "Ich war in letzter Zeit schon total ausgebrannt, deshalb lasse mich jetzt coachen. Von genau der Frau Enders, die Du mir vor Monaten mal empfohlen hattest. Daher machen meine beiden Männer heute auch ihren ersten Vater-Sohn-Tag, und ich hab endlich mal frei. Außerdem haben wir jetzt zuhause einen Haushaltsplan mit gerechterer Arbeitsteilung am Kühlschrank hängen. Endlich kann ich wieder durchatmen! Und demnächst werden wir auch noch daran arbeiten, dass ich mir auch im Job nicht mehr jede Aufgabe aufdrücken lasse, die kein anderer machen will."

* Dies sind lediglich Beispiele mit fiktiven Namen. Persönliche Informationen sind ausnahmslos vertraulich.



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