Zahn der Zeit - Paarcoach Anke Enders

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Zahn der Zeit

Wer? Wo? Wieviel? > Kennen Sie das?



Ist er es, der unaufhaltsam an Beziehungen nagt?



Lena Seyfahrt* fällt es immer schwerer zu ignorieren, dass es mit ihrer Beziehung nicht zum Besten steht. Von "auf Händen tragen" ist längst nicht mehr die Rede.


Immer häufiger gibt's Streit und immer seltener glückliche Momente. Streckenweise herrscht auch einfach nur lähmende Sprachlosigkeit. Innig war gestern. Manchmal fragt sie sich, ob das wirklich für den Rest Ihres Lebens so weiter gehen soll. Dann wieder, ob sie das alles vielleicht nur zu dramatisch sieht?


Man sagt ja, das sei eben der Lauf der Dinge, wenn die zartrosa Anfangsphase erst mal lang genug vorbei sei. Doch soll sie sich wirklich mit einer glücklosen Beziehung zufrieden geben? Nun, ‚zufrieden’ ist sie eh schon lange nicht mehr, nur weiß sie auch nicht so recht, was sie tun könnte, um genau das zu ändern!



Vorsicht Missverständnisse: Wenn Reden nicht weiterhilft


Sie hatte z.B. bereits häufiger versucht mit ihrem Mann Jens* darüber zu reden, was bei ihnen derzeit wohl falsch liefe... aber er hatte nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise verstanden, was sie eigentlich von ihm wollte. Nämlich, dass sie doch nur auf eine Verbesserung ihrer Beziehung aus war!

Stattdessen hatte er sich offenbar jedes Mal nur angegriffen und von ihr in seiner Männerehre gekränkt gefühlt. „Ist das etwa meine Schuld, dass Du offenbar unzufrieden bist? Was soll ich denn noch alles tun? Reicht es Dir nicht, dass ich schufte wie ein Pferd, damit wir es uns gut gehen lassen und in Urlaub fahren können? Dummerweise kann ich nicht immer so pünktlich Feierabend machen wie Du. Tut mir ja leid, aber wenn ich nachhause komme bin ich einfach nur noch fertig. Das muss doch wohl einzusehen sein!“

Sie hatte immer wieder versucht ihm klarzumachen, dass es darum doch nun wirklich nicht ginge, aber... worum genau ging es ihr dann? Wenn sie das nur selbst klarer sehen und in Worte fassen könnte! Worte, die ihn auch tatsächlich erreichen, statt ihn sich angegriffen fühlen lassen.

Weiß Jens nach all der Zeit denn immer noch nicht, wie sehr sie ihn liebt? Obwohl... auch das flaut bei ihr langsam aber sicher ab, wird ihr schlagartig klar! Was aber auch kein Wunder ist, wenn man in seinen gut gemeinten Bemühungen ständig zurückgewiesen wird. Aber man muss doch an einer Beziehung arbeiten, und wenn, dann beide Partner! Es kann doch nicht funktionieren, wenn nur einer sich ins Zeug legt, und den anderen das gar nicht zu interessieren scheint, oder?


Vorsicht Hamsterrad: Gewohnheiten übernehmen die Kontrolle


Schließlich ruft Lena nach langem Zögern die Telefonnummer an, die sie im Internet zum Suchwort Paartherapie gefunden hat. Zumindest kann es wohl niemandem schaden sich mal eine unbeteiligte Sicht auf die Dinge anzuhören. Jens zu fragen, ob er mitkommen möchte, traut sie sich erst mal noch nicht. Beim ersten Termin stellt sie genau diese Fragen. All die, die ihr derzeit so auf der Seele brennen. Und ist etwas über die Gegenfragen erstaunt.

Was sie glaube, wie ihr eigenes Verhalten, quasi von außen besehen, auf Jens wirken könne? Woher soll sie das denn wissen? Nun, Anhaltspunkte böten ja seine Reaktionen darauf. Ob sie so eine Situation mal mit umgekehrten Rollen durchspielen wolle? Als 'Jens' im anderen Stuhl sitzend stellt Lena fest: Stimmt, vielleicht ist ihr Timing oft wirklich nicht gerade toll. Und ihr Ton tatsächlich einen Tick zu nörgelig. Na ja, würde man sie mit genau diesem Ton und dieser Wortwahl nach einem langen Arbeitstag empfangen, würde sie selbst sich wohl ebenfalls angegriffen fühlen.


Das Bild, dass Jens und sie sich einen negativen Paartanz angewöhnt hätten, leuchtet ihr ein. Auch, dass dieser 'Tanz' sich bereits ändern würde, wenn auch nur einer von ihnen beiden die Schrittfolge ändere.

Nun wird sie auch noch gefragt, ob sie wirklich ausnahmslos auf taube Ohren bei Jens stoße? Da muss sie eine Weile überlegen.


Nein, genauer besehen gäbe es durchaus auch ein paar Gelegenheiten, da reagiere er positiver auf ihre Gesprächswünsche. Welche Umstände das denn genau wären? Hmmm, meist sei das wohl am frühen Samstagnachmittag, wenn man bereits einmal hat ausschlafen können, das erholsame Wochenende aber noch größtenteils vor einem liege, geht ihr plötzlich auf.


Ob man klärende Gespräche dann nicht vielleicht auch auf solche aufnahmefähigeren Zeiten verschieben könne? "Ja... warum eigentlich nicht?" sagt Lena, schon wesentlich zuversichtlicher.

Vor allem gibt ihr die Erkenntnis Hoffnung, dass es eben nicht der 'Zahn der Zeit' ist, der für den Abwärtstrend ihrer Beziehung gesorgt hat. Denn gegen die Zeit als solche ist sie ja machtlos. Auf die Schritte in ihrer beider 'Paartanz' dagegen, hat sie sehr viel mehr Einfluss, als ihr bisher klar gewesen ist. Das fühlt sich schon deutlich kraftvoller an!


Und wenn ihr "Coaching-Alleingang" sich weiterhin so erfolgreich anfühlt, kann sie Jens sicher auch besser davon überzeugen, demnächst ebenfalls mal mit zu kommen. "Gar kein Problem", hatte Frau Enders gelacht. "Das kommt gar nicht so selten vor. Dass einer den Anfang macht, ist außerdem sehr viel besser, als wenn es gar keiner täte, oder?"


Dringend gesucht: Detaillierte Zielvorstellungen


Was sie an ihrem Partner alles stört, das kann Lena in allen Details beschreiben! Auch, was sie alles nicht mehr haben will! Was genau sie allerdings stattdessen möchte, fällt ihr ziemlich schwer zu formulieren. Am Ende dieser ersten Sitzung bittet Frau Enders sie zuhause eine detaillierte Liste zu schreiben,
und zum nächsten Termin mitzubringen. Allerdings eine Liste der positiven Seiten ihrer Beziehung, und, was sie an Jens alles mag und liebt.


Und eine weitere, was genau sie sich für ihre Beziehung in Zukunft wünscht. So detailliert wie sie kann und möchte. Stimmt, darüber hatte sie schon länger nicht mehr nachgedacht! Zuhause angekommen wird die Liste der positiven Punkte länger als erwartet. Und dank der "Zielparameter", die Frau Enders ihr gegeben hatte (konkrete Beispiele, sichtbar, messbar, beweisbar, vor allem: positiv und als Wunsch formuliert!), fallen ihr auch immer mehr hilfreiche Ziele für ihr zukünftiges Beziehungsleben ein.


Als Klaus am Abend wieder mal verspätet und abgekämpft nachhause kommt, erwartet ihn eine liebevolle Begrüßung. Ob etwas Besonderes passiert sei, fragt er verwundert. Lena lächelt nur, küsst ihn, und sagt:
„Entspann dich erst mal, Schatz. Du siehst ziemlich müde aus. Ich freue
mich nur schon auf das nahende Wochenende.“



* Dies sind lediglich Beispiele mit fiktiven Namen. Persönliche Informationen sind ausnahmslos vertraulich.



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